Gründerklinik Lübeck
Die Gründerklinik Lübeck zielt ab auf die Übersetzung von Sensibilisierungs- und Motivierungsmaßnahmen aus EXIST-II (sog. „präklinische Beratung“) in eine sehr frühe Implantation von gründungsrelevanten Prozessen und Strukturen in Forschungsprojekte aufgrund einer sorgfältigen Prüfung des latenten oder tatsächlich erkennbaren Gründungspotentials (sog. „präoperative Diagnostik“) insbesondere von klinischen Vorhaben im Bereich der Medizin, LifeSciences und Medizin-/Bioinformatik.
Es werden gezielt und systematisch Eingriffe und Projektveränderungen zur Verbesserung der Gründungschancen im Zuge von wissenschaftlichen Forschungsprojekten ergriffen (sog. „operative Versorgung“). Ausgründungen werden bereits in späten Projektphasen eingeübt und systematisch umgesetzt (sog. „Intensivpflege im Inkubator“) sowie in die EXIST-Seed- Phase übergeleitet.
Die notwendigen Tools und Pilotanwendungen (Best-Practice-Berichte und Evaluierungsreports) werden in einem Gründerklinik-Portal aufbereitet. Zielgruppe sind der Metapher Gründerklinik entsprechend biomedizinisch orientierte Universitätsinstitute (inkl. Informatik, Medizingruenderpreis, rote Biotechnologie) und Universitätskliniken. Die Integration der Gründerklinik in das regionale Cluster Life Science Nord der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg sichert die aktive Unterstützung aus der Wirtschaft, u.a. durch die Arbeitsgemeinschaft Medizingruenderpreis.
Angestrebt wird die nachhaltige Institutionalisierung der Gründerklinik im Kontext der Transferaktivitäten der Universität Lübeck und in Verbindung mit der Wirtschaft der Region. Entsprechende Absichtserklärungen zur Unterstützung des Vorhabens liegen vor.
Mit dem Projekt Gründerklinik wird die dauerhafte Verankerung und projektorientierte Umsetzung einer Kultur der unternehmerischen Selbstständigkeit zur Stärkung des Gründungsgeschehens an der Universität Lübeck sowie dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, insbesondere Campus Lübeck, sowie den dort engagierten Forschungseinrichtungen angestrebt. Der Modellcharakter und die Vorbildfunktion liegt darin, dass der neuartige Ansatz einer frühzeitig einsetzenden und intensiven Projektbegleitung von wissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsprojekten – typischerweise noch ohne selbstständigen Impuls der Beteiligten zu einer Gründung - zur Unternehmensgründung verfolgt wird. Erst im Zuge der Projektbearbeitung soll durch ein geeignetes Coaching die Voraussetzung erarbeitet werden, wissenschaftliche Projektergebnisse auf eine ökonomische Verwertung in Unternehmensgründungen hin zu optimieren.
Statt „end-of-the-pipe“-Gründungen am Ende von F+E-Projekten soll der notwendige Impuls und die resultierenden Projektanpassungen an den Beginn solcher Projekte gelegt werden, weit vor der eigentlichen Konkretisierung von Gründungsabsichten der Beteiligten. Dem aktuell diskutierten Dilemma, dass die deutsche wissenschaftliche Forschung auf hohem Niveau stattfindet, jedoch ein evidentes Umsetzungsdefizit in ökonomischen Erfolg besteht, soll mit dem Vorhaben Gründerklinik systematisch entgegengewirkt werden.
II. Arbeitsziele des Vorhabens
Mit dem Projekt wird die Entwicklung und Erprobung von organisatorischen Unterstützungsstandards für die gründerorientierte Projektbegleitung wissenschaftlicher Forschungs- und Entwicklungsvorhaben verfolgt. Hierzu werden neben Prozessbeschreibungen im Sinne von SOP (Standard Operation Procedures) instrumentelle Anwendungshilfen im Hinblick auf Checklisten und Verfahrensanweisungen und deren elektronische Verfügbarkeit im Rahmen von Projektmanagementsoftware entwickelt. Die Erprobungen werden als evaluierte Best Practice Berichte verfügbar gemacht und in einem Gründerklinik-Portal bereitgestellt.
Die notwendige Vermittlung und Anleitung von fachlicher Expertise durch wissenschaftliche, technische und kaufmännische (Business) Experten wird durch eine kleine Datenbanklösung unterstützt. Die Kommunikation von Projektbeteiligten und Coaches wird durch die gründerorientierte Projektmanagement-Software im Sinne eines CSCW (Computer Supported Cooperative Work) unterlegt. Mit den genannten operativen Arbeitshilfen sollen geeignete wissenschaftliche Projekte im Sinne der Gesamtzielsetzung der Gründerklinik begleitet werden.